Teil 2: Rolle der Lehrenden und Praxisanleitenden

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Willkommen in Teil 2 von Einheit 1 "Rolle der Lehrenden und Praxisanleitenden".

Ethik als Fundament

Elemente des ICN-Ethikkodex

Pflegefachpersonen tragen ihre primäre Verantwortung gegenüber Menschen mit Pflegebedarf; heute und in Zukunft. Sie achten Menschenrechte, Würde, Vielfalt, Privatsphäre und Selbstbestimmung. Dazu gehört, verständlich zu informieren, Vertraulichkeit zu wahren, sichere und evidenzinformierte Pflege zu leisten und sich für Chancengerechtigkeit sowie einen gerechten Zugang zu Gesundheitsversorgung einzusetzen.

Pflegefachpersonen sind für ihre berufliche Praxis persönlich verantwortlich. Sie halten ihre Kompetenzen aktuell, handeln innerhalb ihres Verantwortungsbereichs und treffen fachlich sowie ethisch begründete Entscheidungen. Dazu gehört auch, Wissen weiterzugeben, Lernende und Kolleg*innen zu unterstützen, Patientensicherheit zu fördern, Risiken anzusprechen und eine offene, reflektierte Praxiskultur mitzugestalten.

Pflegefachpersonen tragen Verantwortung für die Weiterentwicklung ihres Berufs. Sie wirken an fachlichen Standards, Forschung, Ausbildung und beruflichen Werten mit. Dazu gehört, evidenzinformiertes Wissen zu fördern, eine ethische und sichere Arbeitsumgebung mitzugestalten, sich gegen unethische Praktiken einzusetzen und auf Krisen, Katastrophen oder Situationen knapper Ressourcen vorbereitet zu sein.

Pflegefachpersonen tragen Verantwortung über die unmittelbare Versorgung einzelner Menschen hinaus. Sie verstehen Gesundheitsversorgung als Menschenrecht und setzen sich für universellen Zugang, Chancengerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit ein. Dazu gehört auch, soziale Determinanten von Gesundheit zu berücksichtigen, an gesundheitsförderlichen Strukturen mitzuwirken und die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen zu unterstützen.
Pflegefachpersonen erkennen die gesundheitlichen Folgen von Umweltzerstörung und Klimawandel an. Sie setzen sich dafür ein, umweltschädliche Praktiken zu reduzieren, Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern und gemeinsam mit anderen Berufsgruppen Verantwortung für einen gesunden Planeten zu übernehmen.

Pflegeethik endet nicht an der Bettkante. Auch Lehrende und Praxisanleitende tragen Verantwortung für die Werte, die in der Pflege weitergegeben werden.

Die aktualisierten ICN-Definitionen von „Professioneller Pflege“ und „Pflegefachperson“ zeigen, dass Pflege heute über die direkte Versorgung hinausgedacht wird. Neben Patientensicherheit, Gesundheitsförderung und evidenzinformiertem Handeln werden auch Chancengerechtigkeit, globale Gesundheit und ein sicheres sowie nachhaltiges Lebensumfeld betont.

„Die Professionelle Pflege widmet sich der Wahrung des Rechts aller auf bestmögliche Gesundheit durch eine gemeinsame Verpflichtung zu einer kooperativen, kulturell siche­ren und menschenzentrierten Pflege und Versorgung. Die Professionelle Pflege setzt sich für einen gleichberechtigten Zugang zu Gesundheit und Gesundheitsversorgung sowie für ein sicheres und nachhaltiges Lebensumfeld ein.
Die Pflegepraxis verkörpert die Philosophie und die Werte des Berufs, indem sie ihre Leistungen in den persönlichsten gesundheitsbezogenen Bereichen des menschlichen Lebens erbringt. Die Professionelle Pflege fördert die Gesundheit, schützt die Sicher­heit und Kontinuität in der Pflege sowie führt und leitet Organisationen und Systeme der Gesundheitsversorgung. Die Pflegepraxis gründet auf einer einzigartigen Verbindung von wissenschaftlich fundiertem Fachwissen, technischen Fähigkeiten, ethischen Maß­stäben und therapeutischen Beziehungen. Die Professionelle Pflege ist dem Mitgefühl, sozialer Gerechtigkeit und einer besseren Zukunft für die Menschheit verpflichtet.“ (ICN, 2025, S. 4)

„Eine Pflegefachperson ist in den wissenschaftlichen Kenntnissen, Fertigkeiten und der Philosophie der Professionellen Pflege ausgebildet. Sie ist auf der Grundlage an­erkannter professioneller Verfahrensweisen und ethischer Kodizes zur Berufsausübung zugelassen. Pflegefachpersonen verbessern die Gesundheitskompetenz, fördern die Gesundheit, beugen Krankheiten vor, schützen die Sicherheit der Patientinnen und Pa­tienten, lindern Leiden und unterstützen die Genesung und Anpassung. Sie wahren die Würde der Menschen während der gesamten Lebensspanne bis zum Lebensende. Sie arbeiten autonom und im Team über verschiedene Einsatzbereiche hinweg, um die Ge­sundheit zu verbessern, mittels Fürsprache (Advocacy), evidenzinformierten Entschei­dungen und kulturell sicheren therapeutischen Beziehungen. Pflegefachpersonen bieten eine menschenzentrierte, mitfühlende klinische und soziale Pflege, leiten Organisationen, verbessern Gesundheitssysteme, fördern die öffentliche Gesundheit und die Gesundheit der Bevölkerung. Sie fördern ein sicheres und nachhaltiges Lebensumfeld.
Pflegefachpersonen führen, bilden aus, forschen, setzen sich ein, sind innovativ und ge­stalten politische Strategien zur Verbesserung von Gesundheitsergebnissen. Außerdem spielen Pflegefachpersonen eine einzigartige Rolle in der Gesundheitsversor­gung und Pflege für Populationen jeden Alters und in allen Bereichen. Sie bauen Vertrau­en zu Einzelpersonen, Familien und Gemeinschaften auf und gewinnen wertvolle Einbli­cke in die Erfahrungen der Menschen mit Gesundheit und Krankheit. Auf der Grundlage einer personalisierten Pflege erweitern Pflegefachpersonen ihre Fähigkeiten durch konti­nuierliche Weiterbildung, durch Forschung und die Erkundung bewährter Verfahren (Best Practices).

Der Tätigkeitsbereich von Pflegefachpersonen wird durch ihr Ausbil­dungsniveau, ihre Erfahrung, ihre Kompetenz, durch professionelle Verfahrensweisen und rechtliche Vorgaben definiert. Sie spielen eine Schlüsselrolle bei der Koordination, Beaufsichtigung sowie der Dele­gation von Aufgaben an andere Personen, die bei der Gesundheitsver­sorgung allenfalls mitwirken, und bei deren Beaufsichtigung und Ko­ordination.

Oft sind sie an vorderster Stelle bei Katastrophen, Konflikten und Not­fällen im Einsatz und beweisen dabei Mut, Hingabe, Anpassungsfähig­keit und Engagement für die Gesundheit von Einzelpersonen, Gemein­schaften und der Umwelt.“ (ICN, 2025, S. 4-5)

Rolle der Lehrenden und Praxisanleitenden

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